Der Dobby-Effekt

Sag es mir, und ich vergesse es. Bring es mir bei, und vielleicht erinnere ich mich daran. Beziehe mich mit ein, und ich lerne.

- Benjamin Franklin -

Lernen, Führung und die Kraft der Erfahrung

Wie der Dobby-Effekt entstand

Manche Ideen entstehen nicht am Schreibtisch. Sie entwickeln sich einfach, oft schon, bevor man es überhaupt merkt.

Als mein Sohn noch klein war, waren wir beide riesige Harry-Potter-Fans. Wir haben uns die Filme unzählige Male zusammen angesehen. Von allen Figuren ist mir Dobby am meisten im Gedächtnis geblieben. Nicht, weil er lustig war, sondern wegen des Weges, den er zurückgelegt hat. Da ist ein Hauself, der sein ganzes Leben damit verbracht hat, anderen zu dienen, sich selbst zu bestrafen, wann immer er glaubte, etwas falsch gemacht zu haben, und kaum auf sein eigenes Urteilsvermögen zu vertrauen. Dann ändert sich alles – in dem Moment, in dem er befreit wird. Von da an ändern sich nicht nur seine Handlungen, sondern auch die Person, zu der er den Mut hat, sich zu entwickeln.

Jahre später fing ich an, nach einem Golden Retriever zu suchen. Schon bevor der Wurf überhaupt geboren war, wusste ich, dass ich meinen zukünftigen Hund in meine Führungsworkshops einbeziehen wollte. Nicht als Gag oder Attraktion, sondern weil ich davon überzeugt war, dass ein Hund den Menschen etwas vermitteln kann, was keine Präsentation und kein Managementbuch jemals könnte. Als mir der Züchter erzählte, dass der Wurf unter dem Motto „Harry Potter“ stehen würde, fiel mir die Entscheidung leicht. Mein Welpe sollte Dobby heißen.

Rückblickend glaube ich, dass das der Moment war, in dem der Dobby-Effekt entstand. Nicht als Modell oder Methode, sondern als Idee. Ein Gefühl, dass die Partnerschaft zwischen Mensch und Hund etwas Einzigartiges an sich hat. Etwas, das uns hilft, uns selbst, andere und Führung aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Erst viel später entwickelte sich diese Idee zu den Workshops, dem Buch und den „Dobby-Effekt-Brain-Concepts“, die du auf dieser Website entdecken wirst.

Der Dobby-Effekt aus psychologischer Sicht

Der Begriff „Dobby-Effekt“ wird auch in der Psychologie verwendet. Im Jahr 2009 führten die niederländischen Psychologen Rob Nelissen und Marcel Zeelenberg diesen Begriff in der Fachzeitschrift „Emotion“ ein. Sie untersuchten, was passiert, wenn Menschen Schuldgefühle haben, aber keine Möglichkeit sehen, ihren Fehler wiedergutzumachen. Ihre Forschung zeigte, dass Menschen sich in solchen Situationen manchmal bewusst etwas vorenthalten oder sich sogar selbst bestrafen. Die Forscher nannten dies den „Dobby-Effekt“, benannt nach dem Hauself Dobby aus den Harry-Potter-Geschichten, der sich selbst bestrafte, wenn er glaubte, etwas falsch gemacht zu haben.

Seitdem wird der Begriff regelmäßig in wissenschaftlichen Arbeiten und populärpsychologischen Artikeln über Schuld, Sühne und Selbstbestrafung verwendet. Die ursprüngliche Bedeutung des Dobby-Effekts bezieht sich also auf die negativen Folgen von Schuld, wenn keine Möglichkeit zur Wiedergutmachung besteht. Ausgehend von diesem Ursprung nehmen wir in unserem „Dobby-Effekt“ eine bewusste Umkehrung vor. Wir konzentrieren uns nicht darauf, was Menschen zurückhält, sondern vielmehr darauf, was passiert, wenn Menschen – wie der Hauself Dobby – den Raum erhalten, zu wachsen, Initiative zu ergreifen und ihre eigene Stärke zu entdecken.

Die Grundprinzipien des Dobby-Effekts

Der „Dobby-Effekt“ ist mittlerweile viel mehr als nur eine Geschichte über einen Hund oder eine Figur aus „Harry Potter“. Heute steht er für einen erfahrungsorientierten Ansatz in den Bereichen Erfahrungslernen, intuitive Führung und persönliche Entwicklung.

Im Zentrum des Dobby-Effekts stehen fünf wiederkehrende Elemente. 

  • Wir vertiefen die grundlegenden Erkenntnisse über die Funktionsweise des Gehirns, die beeinflussen, wie wir lernen, zusammenarbeiten und führen.
  • Wir ermutigen die Leute, zu experimentieren und herauszufinden, was für sie wirklich funktioniert, anstatt einfach dem Rezept von jemand anderem zu folgen.
  • Wir entwickeln neue Verhaltensmuster, indem wir außerhalb des beruflichen Kontexts üben – so fällt es uns leichter, das neue Verhalten dann anzuwenden, wenn es wirklich darauf ankommt.
  • Wir erkunden verschiedene Wege des Lernens und der Veränderung – eher durch Erfahrungen als nur durch Theorie.
  • Und schließlich setzen wir bekannte Modelle, Rahmenkonzepte und praktische Werkzeuge in einem ungewohnten Umfeld ein, sodass die Teilnehmer sie mit neuen Augen betrachten und neue Erkenntnisse gewinnen können.

 

Wir werden jedes dieser Elemente in separaten Blogbeiträgen näher beleuchten. Zusammen bilden diese Beiträge die Grundlage für den positiven Dobby-Effekt, wie wir ihn sehen.

Erlebe den Dobby-Effekt hautnah

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